Letzter Reisebericht von meiner Indonesien-Rundreise

 

 

 

 

 

3. Teil: Komodo und Bali

Drachen, Traumstrände und Tempel (22.02.-26.02.2015)

In sieben Tagen habe ich bisher viele der Attraktionen Indonesiens erlebt: Ich war Orang Utans so nah, wie ich es mir kaum hätte vorstellen können, habe den Dschungel des Tanjung Puting Nationalparks durchquert und die bezaubernden Nasenaffen gesehen, bin tief in die Kultur Javas eingetaucht und habe am Abgrund eines aktives Vulkans ins Erdinnere geblickt. Nun ist es an der Zeit, zu meinem letzten Abenteuer im Inselreich fernab der Heimat aufzubrechen. Es führt mich zu den letzten Drachen der Erde im Komodo-Nationalpark.

Bilder von meiner Reise nach Komodo

Am Abend bin ich bereits auf Bali angekommen, von wo aus ich nun den morgendlichen Flieger nach Labuhan Bajo nehme. Nach etwa eineinhalb Stunden lande ich auf dem kleinen Flughafen auf der Insel Flores. Ich werde begrüßt von meinem neuen Guide und zum Mittelpunkt des Ortes gebracht, dem Hafen. Zuvor machen wir noch Halt an einem kleinen Aussichtspunkt, an dem ich die Gelegenheit für ein paar Panorama-Fotos erhalte. Dabei bekomme ich auch einen ersten Eindruck von der Inselwelt rund um den Komodo-Nationalpark: Der gesamte Horizont ist gesäumt von kleinen Vulkaninseln, die sich aus dem strahlend blauen Meer erheben – ein wirklich beeindruckender Anblick und mit den zahlreichen Fischerbooten, die rings um den Hafen versammelt sind, höchst fotogen. Am Hafen angekommen, besteige ich mein kleines Hausboot. Es handelt sich um ein ehemaliges Fischerboot, welches sehr einfach ausgestattet ist. Es gibt eine Kabine im unteren Teil mit insgesamt vier Schlafplätzen, ein kleines „Bad“ mit Dusche und WC, sowie einen Tisch mit zwei Bänken im vorderen Bereich, an dem die Mahlzeiten eingenommen werden und von wo aus man auf der Fahrt die Aussicht genießen kann. Die Crew schläft oben an Deck über der kleinen Kabine im Freien.

Ich fliege nach Flores

Nach einer kurzen Begrüßung geht es auch schon los und das Boot bewegt sich aus der Bucht im Hafen hinaus aufs Meer. Die Fahrt führt entlang der Küste von Flores vorbei an den vielen kleinen Inseln, die ich zuvor schon vom Aussichtspunkt bewundert habe. Auf der Fahrt erklärt mir mein Guide, was für die nächsten beiden Tage geplant ist und gibt mir viele Informationen über die Lebensweise der Komodowarane. Ich höre ihm gespannt zu und meine Aufregung steigt im Wissen, dass ich schon sehr bald diesen urzeitlichen Echsen gegenüber stehen werde. Nach etwa 3 Stunden erreicht das Boot Rinca. Die Insel ist Teil des Komodo-Nationalparks und beheimatet noch etwa 2400 Exemplare der großen Echsen. Schon bei der Ankunft sagt mir mein Guide, ich hätte Glück. Nur ein weiteres Boot an der Anlegestelle deutet darauf hin, dass fast keine anderen Besucher da sein werden und ich somit wahrscheinlich viel Zeit und ausgiebige Fotomöglichkeiten bei den Waranen, die sich tagtäglich um das Ranger Haus in der Sonne räkeln, bekommen werde. Und tatsächlich, auf dem kleinen Weg der in den Park hinein und zu den Ranger Unterkünften führt, kommt uns nur ein englisches Pärchen entgegen, welches die Insel gerade wieder verlassen möchte, ansonsten sind außer mir keine weiteren Besucher anwesend. Um das Ranger Haus liegen bereits etwa 7 stattliche Echsen und ruhen. Sie sehen aus, als wären es Statuen, da sie sich fast gar nicht bewegen. Aber  es sind echte Komodowarane, die letzten Drachen der Erde und ich staune. Ihre Größe ist wirklich beeindruckend und Respekt einflößend. Und dennoch haben Sie etwas unheimlich Entspanntes an sich, wie sie da so faul in der Sonne liegen.
 

 

 

 

 

 




Ich komme außerdem nicht umhin,
in dem breiten Maul permanent ein kleines „Grinsen“ zu erkennen,
was die großen Echsen trotz ihres gefährlichen Aussehens
unwillkürlich irgendwie sympathisch macht.

Aber mir ist wohl bewusst, dass der Schein sehr trügerisch sein kann. Denn wenn man sie in die Enge treibt oder sie auf Beute aus sind können sie bis zu 30 km/h schnell rennen und ihr Biss kann lebensgefährlich sein. Aus diesem Grund ist das Fortbewegen hier auch nur in Begleitung eines lokalen Naturführers gestattet, der stets ein Auge darauf hat, dass man den Tieren nicht zu nahe kommt. In der Regel interessieren sich die Echsen jedoch nicht sonderlich für Menschen, so dass ich mich sicher fühle und die Zeit ausgiebig für zahlreiche Fotos nutzen kann. Zu den bereits vor dem Haus versammelten Tieren gesellen sich immer wieder weitere Exemplare der Echsen, darunter auch ein Jungtier, welches aus gutem Grund stets auf Abstand zu den älteren Tieren bleibt. Im Ernstfall wäre es leichte Beute für die mitunter kannibalisch lebenden Warane. Nach etwas mehr als einer Stunde brechen wir schließlich zu einer Wanderung über die Insel auf. Dabei kann man zwischen 3 verschieden langen Routen wählen und wir entscheiden uns für die mittlere Tour. Diese führt uns etwa eineinhalb Stunden über die Insel. Einmal ist ein recht steiler Anstieg zu bewältigen, für den man jedoch mit einem schönen Ausblick über das Hinterland der Insel und die Bucht, in der unser Boot liegt, belohnt wird. Außerdem passieren wir ein Nest, in dem Waran-Weibchen jedes Jahr ihre Eier ablegen, welches auch zu meinem Besuch gerade „besetzt“ ist. Etwa 15-30 Eier legen die Weibchen im September gut geschützt in Erdhöhlen ab. Ungefähr 75 % davon schlüpfen im April. Nach der Wanderung, auf der uns  keine der großen Echsen mehr begegnet ist, machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem Boot. Wir müssen pünktlich weiter, um ein weiteres Naturschauspiel zu beobachten, welches sich jeden Abend zur Dämmerung auf der kleinen Mangroveninsel Kalong Island etwa eine Stunde Bootsfahrt von Rinca entfernt ereignet. Diese Insel ist die Heimat von zahlreichen Flughunden, die hier tagsüber in den Bäumen ruhen. Sobald es dunkel wird, brechen sie zu Tausenden in Richtung Rinca und Flores auf, um dort nach Früchten zu suchen – dieses Schauspiel in der Abenddämmerung, die den Himmel in ein warmes Rot taucht, vom Boot aus zu beobachten, ist wirklich einmalig! Anschließend ankern wir vor Rinca Village und ich lege mich nach einem ereignisreichen Tag voller Naturerlebnisse schlafen.

Auf meiner Bootsfahrt im Komodo Nationalpark


Am nächsten Morgen besuchen wir Rinca Village und ich erhalte einen Einblick in das Leben des kleinen Fischerdorfes. Am Nachmittag versuche ich mich dann im Schnorcheln und bewundere die vielfältige Unterwasserwelt vor der kleinen Insel Kanawa Island, bevor es zurück nach Labuhan Bajo geht, wo ich mir im Hafen verschiedene Boote anschaue, sowie einige der Hotels des Ortes. Alles in Allem bin ich wirklich beeindruckt von den Inseln in und um den Komodo-Nationalpark. Besonders die Mischung aus unzähligen, traumhaften Stränden, die sich hervorragend zum Ausspannen, Baden und Schnorcheln eignen, und das Erlebnis, hier mit den urzeitlich anmutenden Komodowaranen den letzten Drachen der Erde begegnen zu können, ist sehr reizvoll. Daher empfehle ich unseren Gästen unbedingt, bei ihrem Indonesien-Besuch auch die Inseln des Komodo-Nationalparks zu besuchen.
Ich verlasse Komodo mit zahlreichen Eindrücken und reise zurück nach Bali. Hier erwartet mich in den nächsten eineinhalb Tagen ein Kulturprogramm. Es startet mit dem Besuch des Uluwatu Tempels am Abend, wo ich den traditionellen Kecak-Tanz erlebe. Hierbei wird die alte hinduistische Geschichte Ramayana erzählt, wobei den Hauptbestandteil ein Chor aus bis zu 50 männlichen Tänzern bildet, die frenetisch das Wort „Kecak“ rhythmisch wiederholen und somit die „Musik“ des Epos schaffen. Dazu wird die hinduistische Geschichte Ramayana aufgeführt - die Geschichte um das Prinzenpaar Rama und Sita, ihrer Verbannung und Entführung und die Wendung zum Guten mit Hilfe des Affengottes Hanuman. Von Beginn an ziehen einen die Tänzer dabei in den Bann, die Stunde vergeht fast wie im Flug. Wieder ein bleibendes Erlebnis mehr, welches sich in das vielfältige Bild Indonesiens, welches mir diese Reise vermittelt hat, einfügt.

Flug von Bali nach Flores

Bali ist bekannt für seine unzähligen Tempel und so verbringe ich den letzten Tag mit der Besichtigung einiger der wichtigsten Bauten der Insel, bevor es für mich am Abend in Richtung Heimat gehen soll. Zunächst besichtigen wir Tanah Lot, den berühmten Wassertempel, der wohl das meist fotografierte Motiv Balis ist. Kein Wunder, sieht er doch auf der kleinen Insel, die bei hohem Wasserstand nicht mehr zu erreichen ist, wirklich majestätisch aus, wie er sich vom umgebenden Meer abhebt. Besonders die Architektur der balinesischen Tempel mit ihren stufenartigen „Dächern“, den Merus, macht diese besonders fotogen. Dies gilt auch für den Tempel im Hochland am Beratan See, den Ulun Danu Temple, den wir als nächstes besuchen und der ebenfalls mit seiner schlichten Schönheit begeistert. Besonders angetan hat es mir jedoch Taman Ayun, der „Schwimmende Gartentempel“, der den Betrachter gleich mit mehreren der hübschen gestuften Merus in verschiedenen Größen in den Bann zieht. Hier führt ein Weg um den zentralen Tempelkomplex herum und es bieten sich unzählige schöne Fotomöglichkeiten, die die Tempelanlage vor dem Hintergrund des strahlenden blauen Himmels Balis zeigen.
Nach diesem Kulturprogramm werde ich am Abend zum Flughafen gefahren und es heißt Abschied nehmen – Abschied von einem vielfältigen Land, welches mich herzlich empfangen hat und in dem ich in so kurzer Zeit so vieles erlebt habe. Egal, ob man einzigartige Tierbegegnungen sucht, bedeutende Kulturdenkmäler sehen, atemberaubende Landschaften erleben oder einfach am weißen Sandstrand entspannen möchte – Indonesien hat für viele Urlaubsbedürfnisse die richtige Antwort. In diesem Bewusstsein und mit vielen Eindrücken, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden, kehre ich heim und freue mich, diese Eindrücke schon bald mit unseren Gästen teilen zu können.

Ihre Kristin Schichler

 

... zum ersten Reisebericht - Insel Borneo hier...

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